Von Küchenpannen und Kleiderschränken

Geschrieben von:
Britta Kessler

Veröffentlicht am:
28. Mai 2018

Nichts zum Anziehen

Mein Kleiderschrank stellt in diesen Zeiten beinahe täglich eine Herausforderung dar. Wobei, nein, der Kleiderschrank nicht. Der ist ein Schatz. Er ist groß und stabil, mit viel Stauraum und Licht, wenn man ihn öffnet. Ich liebe ihn und er kann nichts dafür. Die „Übeltäter“ verstecken sich darin.

Dass „nichts passt“ ist nichts Neues für mich. Doch die Zusammensetzung, die kenne ich so noch nicht. Alle paar Wochen starte ich eine private Modenschau, um den Status quo zu erfassen (meistens morgens vor der Arbeit, wenn eigentlich kaum noch Zeit ist).

Da gibt es zum Beispiel diese Shorts. Meine Freundin hat sie mir vermacht. Sie hat wunderbar schlanke Beine – ich noch nicht. Am Bund sitzen sie super, an den Oberschenkeln zeigen sie mir einen Vogel. „Die weiten sich, wenn ich sie trage“, denke ich, und lasse mich zwei Tage lang immer dann von ihnen einschnüren, wenn ich alleine zu Hause bin. Das Ergebnis: Taube Beine und schlechte Laune 🙂 Also ab in den Schrank. Wir sehen uns in sechs bis acht Wochen wieder.

Vom letzten Sommer passt nichts mehr- zum Glück. Die Sachen, die damals noch unerreichbar eng saßen, gehen heute gerade noch. Ein absoluter Triumph, auf jeden Fall! Aber wenn dein Triumph Dir beim Sprint zum Zug vom Hintern rutscht, geht das definitiv auf die B-Note.

Anders verhält es sich mit „den schwarzen Unterhosen“!!! (den Teil in Anführungszeichen bitte ich mit dramatischer Stimmlage zu lesen). Ich habe sie vor einem Jahr gekauft. Ihre Aufgabe: Gut sitzen, bequem sein und dank der Panty-Form verhindern, dass sie beim Training zum Tanga werden (ihr kennt das…). Sie sind weder Liebestöter noch unfassbar sexy, und beim ersten Reinschlüpfen habe ich mich schon auf den Moment gefreut, wenn sie zu groß geworden sind. Was soll ich euch sagen? Auf diesen Tag warte ich bis heute. Sport machen, LowCarb essen, die Dinger heiß waschen… nichts hat bis zum heutigen Tag geholfen. Klar, hauteng sitzt da nichts mehr. Aber sie passen noch.

Und dann ist da dieser Pulli. Ich besitze ihn seit Jahren. Immer war er mindestens einen Tick zu eng- oder passte vorne und hinten nicht. Er ist nie in einem „zu klein“ Karton auf dem Speicher gelandet, sondern hing immer im Schrank. Als mein Ansporn, Mahnmal und Motivator. Mittlerweile bin ich hineingeschrumpft. Und was soll ich sagen? Ich gefalle mir darin nicht. Er passt – aber nicht zu mir. Ein bisschen traurig macht mich das schon. Ich habe ihn so oft in der Hand gehalten und mich auf „bessere Zeiten“ mit ihm gefreut. Die wird es wohl für uns beide nicht geben. Und ich bringe es einfach nicht übers Herz, mich von ihm zu verabschieden.

Da, wo meine Figur jetzt ist, wird sie nicht bleiben. Sie ist weiterhin mitten im Prozess. Und auch wenn ich mich manchmal nicht einschätzen kann und nicht erkenne: es gefällt mir. Denn es ist Bewegung drin. (im wahrsten Sinne…). Meine Outfits bleiben also noch eine Weile eine Mischung aus zu klein, zu groß, „das hatte ich mir anders vorgestellt“ und „kraaaaaass! Ich hätte gar nicht gedacht, dass mir sowas steht!”

Gefühltes

Außerhalb meines Kleiderschranks sieht es da nicht anders aus. Mit dem Unterschied, dass mir da Gewohntes zu klein wird und Neues manchmal noch eine Nummer zu groß ist. Dann laufe ich mit meinen alten Gewohnheiten und neuen Eigenschaften durch die Straßen, stelle mich bekannten und unbekannten Hürden, mache erwartete und überraschende Entdeckungen und werfe dabei immer mal wieder einen Blick in die verspiegelten Schaufensterscheiben, um zu sehen, ob alles noch sitzt und gut aussieht.

Mir gefällt mein neues, bewegtes Leben. In der Krank-Sport-Pause hat mir ordentlich was gefehlt. Und auch wenn allzu viel Zeit zwischen zwei Ausbildungs-Trainings-Wochenenden liegt, merke ich, dass das so seine Spuren hinterlässt. In meinem Kopf bin ich manchmal immer noch eine Couch Potatoe. Wenn ein Tag nervig und stressig war denke ich „jetzt ab auf die Couch und einen ruhigen machen“. Dabei bringt es mir viel mehr, stattdessen eine Runde laufen zu gehen oder meine Wing Chun Übungen ein bisschen in die Länge zu ziehen.

Was das Essen angeht: Da bin ich mir so gar nicht fremd. Auf Beilagen kann ich meistens sehr gut verzichten. Oft kommt mir abends gar nicht in den Sinn, dass es ja zu Hähnchen oder Fisch mit Gemüse früher mal Nudeln oder Kartoffeln gab. Dafür ist die Naschkatze in mir geblieben, die sich jegliches Gefühl, von überschwänglicher Freude bis rasender Wut, gerne auf der Zunge zergehen lässt. Doch eine Erkenntnis musste ich mir eingestehen: so gut, wie ich immer dachte, bin ich in der Küche nicht. Ich glaube mir fehlt es an Geduld. Während ich koche und backe, denke ich schon zu sehr ans fertig sein und essen. 😉

Videotagebuch

Wie weit diese Ungeduld führt, könnt ihr in einer nur allzu typischen Szenerie im Videotagebuch miterleben. Ich schwöre: das war nicht inszeniert.

Ihr Lieben, wir sind wunderbar so, wie wir sind. Und wenn wir aus dieser Wunderbarigkeit noch ein bisschen mehr rausholen wollen, dann lasst uns das tun. Wenn es etwas gibt, was ihr werden und erreichen möchtet, dann macht euch auf den Weg. Und wenn ihr dabei ein offenes Ohr, einen Rat oder ein bisschen Inspiration braucht, dann meldet euch gerne.

Habt eine wunderbare neue Woche!

The following two tabs change content below.

Britta Kessler

Das Verrückte am Sport ist: Je mehr Energie Du investierst, desto mehr hast Du hinterher. Ich habe mich deshalb in jeder Hinsicht für ein Leben voller Bewegung entschieden. Kein Tag ist wie der andere, und am Ende entscheidet, was wir für uns daraus gemacht haben.

Neueste Artikel von Britta Kessler (alle ansehen)

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

Wohlfühlen mit

Personal Trainer KnowHow

direkt in Ihrem Postfach

  • Kostenlos
  • Übersichtlich
  • Nachhaltig

Gratis E-Mail Training für Ihre Wohlfühlgewicht

YouTube

Wir beantworten Ihre Fragen

zum Thema

  • Wohlfühlgewicht
  • Rückentraining
  • Stressmanagement
  • Fit und gesund bleiben
  • Burn Out

Außerdem: Tipps und Tricks und behind the scenes aus dem Personal Trainer Alltag

Facebook

Folgen Sie uns

und bleiben Sie up to Date

  • Aktuelles
  • Nützliche Infos
  • Motivation

Außerdem: Tipps und Tricks, Inspiration und Unterhaltsames aus dem Gesundheitsbereich


Erfahren Sie mehr zu den Elitary Club-Marken:

*Klicken Sie auf das jeweilige Logo und erfahren Sie die Schwerpunkte der Marke.