Von Rat und Risiko

Geschrieben von:
Britta Kessler

Veröffentlicht am:
9. Juli 2018

Manchmal braucht man einfach den richtigen Rat zur richtigen Zeit. Es kann vorkommen, dass man so einen Rat viele Male hört, bis er endlich in dem Moment kommt, in dem er in unserem Kopf hängen bleibt und dort etwas Großes in Gang setzt.
Heute bekommst Du gleich zehn meiner ganz persönlichen Empfehlungen zu hören, die ich für Dich zusammengesammelt habe. Du willst Sport, Bewegung und Gesundheit mehr Platz in Deinem Leben geben? Du findest Dich super – noch superer allerdings mit ein paar Kilos weniger? Dann sind die kommenden Zeilen für Dich. Doch Vorsicht: es besteht die Gefahr, dass Dein Leben sich verändert, wenn Du sie beherzigst.

10 Dinge, die ich Dir ans Herz lege

1) Achte auf Deine Wortwahl

Das folgende Zitat ist Dir sicher schon einmal begegnet:

“Achte auf Deine Gedanken,
denn sie werden zu Gefühlen.
Achte auf Deine Gefühle,
denn sie werden zu Worten.
Achte auf Deine Worte,
denn sie werden zu Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen,
denn sie werden zu Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten,
denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter,
denn er wird Dein Schicksal.”

Was macht es wohl mit Deiner inneren Einstellung, wenn Du überall verkündest: “Ich MUSS jetzt drei Mal in der Woche Sport machen und DARF kein Brot mehr essen.”
Wird Dir Dein Abnehmen gelingen, wenn du den Weg dahin als Strafe ansiehst?
Hör auf Dir leid zu tun. Du hast die Wahl, dein Leben zu einem besseren und gesünderen zu machen. Du hast die Freiheit und die Möglichkeit. Also nutze sie und sei Dir bewusst, was das für ein Privileg ist.

2) Mach Vorher-Fotos

So ernsthaft der erste Rat, so banal der zweite: halte Deinen Körper in der Ist-Version fest, auch wenn Du Dich gerade vielleicht nicht allzu gerne auf Bildern siehst. Knips sie für Dich alleine. Schonungslos und ohne falsche Scheu. Wenn es Dir lieber ist: lösche sie vom Smartphone- aber bitte erst, wenn Du sie ausgedruckt oder irgendwo sicher gespeichert hast. Du wirst über die fallenden Kilos in den nächsten Wochen und Monaten ein ums andere Mal aus den Augen verlieren, wie Du heute tatsächlich ausgesehen hast. Wiederhole dieses Shooting alle 5-10 Kilos. Damit hältst Du Deine persönliche Erfolgsgeschichte für die Ewigkeit fest.

3) Wiege Dich nicht 1.497 mal am Tag

Dein Gewicht kann von einem auf den anderen Tag mal locker um 2-3 Kilo schwanken. Dabei handelt es sich um Wasser und Nahrungsreste. “Mach Dich nicht verrückt” ist da leichter gesagt, als getan. Egal, ob Dir THEORETISCH völlig klar ist, dass es kein Körperfett ist: die Zahl macht etwas mit Deinem Kopf und Deiner Stimmung. Deshalb mein ganz klarer Tipp: hüpf nicht mehr als einmal pro Woche drauf, um Dein Gewicht zu checken, gerne noch seltener. Die Zahl auf der Waage ist lediglich ein Anhaltspunkt. Was da gerade in Deinem Körper vor sich geht, erfährst Du am ehesten mit einer (professionellen) Analysewaage. (Wichtig: die haushaltsüblichen Modelle, die man überall bekommt, sind ziemlich ungenau. Hier lohnt sich der Kontakt zum Fitnessstudio oder Personal Trainer).

4) Plane Sport als Termin

Hand aufs Herz: gehst Du dienstags morgens um 7:30 Uhr zum Arzt, weil Du Dir um diese Zeit nichts Schöneres vorstellen kannst? Oder gehst Du am Donnerstag genau um 17:00 Uhr zum Frisör, weil Dir gerade danach war? Wohl eher nicht. Beides ist ein Termin, den Du vorher ausgemacht hast. Du berücksichtigst ihn in Deiner Wochenplanung, räumst genügend Zeit ein, um ihn wahrzunehmen, stellst Dich darauf ein und erscheinst pünktlich, obwohl Du Dich dafür vielleicht beim Einkaufen beeilen und das Telefonat mit Deiner Freundin beenden musstest, bevor euch die Themen ausgehen. Du wirst sehen: wenn Du genauso mit Deinen Workouts umgehst, werden sie sich deutlich entspannter umsetzen lassen und viel häufiger stattfinden. DU willst zum Sport. Dein Schweinehund ist der, der da schon mal meckert. Lass ihm gar nicht die Option. Ein Termin ist ein Termin und wird eingehalten. Punkt. Das kennt er. Probiere es aus, Du wirst ganz schnell sehen, wie gut das klappt.

5) Achte auf das, was Du konsumierst

Und ich rede hier mal ausnahmsweise nicht von Protein und Kohlenhydraten. Hast Du Dir zum Beispiel mal Deine Playlist auf dem Smartphone angeschaut? Die Bücher auf Deinem Nachttisch? Deine Watchlist bei Netflix? Die Accounts, denen Du bei Facebook und Instagram folgst? Das alles hinterlässt Spuren, wenn Du es liest, schaust oder überfliegst. Sieh einfach mal hin: nach ein, zwei Folgen Deiner aktuell geschauten Serie: machst Du den Fernseher aus und rockst Deinen Tag oder hängen Dir noch düstere Szenen nach? Nach einem Wohnungsputz mit musikalischer Untermalung: berstest Du vor Energie oder hat Dich der ein oder andere Song ein kleines bisschen wehmütig gemacht?
Lass Dir Deine Energie nicht klauen. Du willst gesünder leben, stärker sein, Dich wohler fühlen. Dazu brauchst Du Power!!!

6) Sei vorbereitet

Du bist wieder eingeschlafen nachdem der Wecker geklingelt hat. Ewig hast Du gebraucht, bis Du was zum Anziehen gefunden hast und dabei total die Zeit vergessen. Bei der Gassi Runde hat sich Dein Hund im größten Dreck gewälzt und sich damit eine Dusche verdient, dabei wäre eigentlich keine Zeit… (keine Ahnung, wo ich gerade diesen Vergleich her habe…). Jedenfalls gehst Du ohne Lunchbox zur Arbeit. Irgendwo wird sich wohl was zum Essen auftreiben lassen. Als Du endlich Mittagspause machen kannst, bist Du ziemlich ausgehungert und schaffst es gerade so noch bis zum Bäcker um die Ecke. Diät? Morgen wieder… So oder so ähnlich ging es mir am Anfang ständig. Irgendwann hat mich das so genervt, dass ich draus gelernt habe. Meistens stelle ich mich abends in die Küche und schnibble Salate, brate Hühnchen, koche Eier. Im Kühlschrank warten dann morgens volle, pralle Lunchboxen auf mich, bei denen ich es kaum erwarten kann, mich drüber herzumachen. Unvorhergesehenes kann immer und überall passieren. Sei gewappnet. 😉

7) Gestalte Dein Training sinnvoll und abwechslungsreich

Als ich zum ersten Mal im Fitnessstudio war, traute ich mich nach der ersten Einführung und meinem ersten Trainingsplan monatelang nicht, nach einem neuen zu fragen. Also machte ich Woche für Woche dasselbe. Irgendwann langweilte ich mich zu Tode- und gebracht haben wird es irgendwann auch nicht mehr viel. Momentan ist mein Training sehr bunt. Wing Chun, Krafttraining und laufen stellen eine gute Mischung dar. Beim Laufen variiere ich die Strecke nach Lust und Laune und laufe in unterschiedlichem Tempo und im Studio wechsle ich zwischen dem Training mit und ohne Gewichten und unterschiedlichen Übungen. Dabei überlege ich mir schon am Anfang der Woche, was ich wann trainiere. Manchmal brauche ich das Monotone. Kopf ausschalten und die Abläufe machen, die ich schon hunderte von Malen gemacht habe. Doch manchmal ist mir auch danach, den Kopf mit zu fordern.
Es ist wichtig, dass Du Spaß an Deinem Training hast. Dass Du Dich wohl und sicher fühlst und vor allem: dass Du es effektiv gestaltest. Ohne Resultate verliert man irgendwann die Lust. Lass Dir einen abwechslungsreichen und ganzheitlichen Trainingsplan erstellen und regelmäßig auf seine Aktualität überprüfen. Falls Du das nicht im Studio machen willst, schau doch mal, ob das Personal Training 2go nicht was für Dich ist.

8) Führe ein Erfolgstagebuch

Hier ist es ein wenig wie bei den Vorher-Nachher-Bildern. In jedem von uns steckt eine kritische Stimme, die unsere Erfolge im Nachhinein schmälert und uns aus den Augen verlieren lässt, wie viel wir tatsächlich bereits geleistet haben! Und dabei geht es nicht um aus brennenden Häusern gerettete Kinder, Abschlüsse mit summa cum laude oder das Bundesverdienstkreuz. Jeder von uns hat seine eigenen Hürden und Herausforderungen und jeder seine eigenen Erfolge. Meine gelaufene Zeit beim Halbmarathon letzte Woche wäre für den einen eine Katastrophe, für den anderen schier unerreichbar. Ich würde sie mir gerne auf die Stirn tätowieren lassen.
Du bestimmst, womit Du Dich selbst zur Heldin Deines Lebens machst. Halte diese Momente fest, damit Du sie nie vergisst.

9) Melde Dich zu einem Lauf an

Ich werde nicht müde es zu empfehlen, bis sich auch der letzte, der das hier liest, angemeldet hat. Es ist SO ein FANTASTISCHES Gefühl!!!
Ich habe Dir hier mal den Laufkalender der Runnersworld verlinkt, da kannst Du Dir den für Dich passenden aussuchen :.
Mein nächster Lauf wird der Muddy Angel hier in Hamburg sein. 5 Kilometer, 15 Hindernisse und viiiiiel Schlamm. Das wird so witzig!
Erleb das unbedingt auch mal! Die Motivation zu trainieren in den Wochen vorher, das Kribbeln am Vortag, die aufgeregte Betriebsamkeit vorm Start und diese Wahnsinns Community! Da sind die, mit denen Du läufst. Die gerade genau das gleiche mitmachen, wie Du. Und die es genauso genießen! Und da sind die, die am Rand stehen und Dich anfeuern. Klar will jeder eine gute Zeit haben, aber der Zusammenhalt ist unglaublich. Hier findest Du nochmal meinen Beitrag der letzten Woche “Von Mut und Medaillen” mit meinen Erlebnissen vom Hamburger Halbmarathon, damit die bewegten Bilder auch noch Dein letztes Zögern in Begeisterung verwandeln!

10) Feiere Dich selbst

“Du siehst super aus!”, “Du bist so sportlich!”, “Das würde ich auch gerne schaffen.” All das ist Balsam für die Seele, wenn man es hört. Und doch kaum etwas wert, wenn Du immer nur andere brauchst, die Dir diese Anerkennung entgegenbringen. Glaub mir, das weiß ich nur zu gut aus eigener Erfahrung. Ich selbst bin mit mir manchmal so erbarmungslos kritisch. Dann ist mir alles nicht gut genug. Wenn es hart auf hart kommt, helfen dann auch keine Vorher-Nachher-Bilder. Dann denke ich “Was nützt Dir Dein alter Erfolg? Wo bleibt der neue? Was kommt jetzt? Du kannst Dich nicht ewig auf diesen alten Lorbeeren ausruhen.”
In diesem letzten Punkt steckt die wahre Magic dieser Liste. Du räumst nicht nur DEN EINEN großen Erfolg ab, sondern unzählige kleine. Also flipp gefälligst jeden Tag mindestens einmal so richtig aus und klopf Dir einen blauen Fleck auf die Schulter!!!

Epilog

So. Das sind die Dinge, die ich Dir mit auf den Weg geben möchte.
Und das nicht ganz ohne Grund und Anlass. Dieser Blogbeitrag ist ein besonderer. Denn es ist der letzte wöchentlich erscheinende nach beinahe einem Jahr.

Entstanden ist er damals im September aus der Idee heraus, meine Ausbildung zur Personal Trainerin und meine Abnehm-Reise zu begleiten. Ich wollte teilhaben lassen, motivieren und inspirieren. Und auch für mich selbst festhalten, wie es mir auf diesem Weg ergangen ist.
Hinter mir liegen diese sechs Monate Ausbildung im Bereich Ernährung, Fitness und Wing Chun. Ich habe so unfassbar viel gelernt in dieser Zeit, das bekomme ich hier gar nicht alles unter. Mittlerweile sind seitdem gut vier Monate vergangen und ich trainiere meine eigenen Klienten, gebe mein erlebtes und gelerntes Wissen an sie weiter und reiche ihnen die Hand auf dem Weg zu ihren Zielen. Und genau das ist auch der Grund, warum meine Blogbeiträge ab sofort nicht mehr jeden Montag erscheinen: dieses gesteckte Ziel ist erreicht und ich möchte ganz viel Zeit und Energie in die nächste Etappe stecken: in nicht allzu ferner Zukunft möchte ich ausschließlich als selbstständige Personal Trainerin arbeiten. Mit allem, was dazu gehört. Ich werde mich immer wieder mal melden, allerdings deutlich seltener. Wenn Du das nicht verpassen willst, trag Dich unbedingt zum Newsletter ein, wenn Du ihn noch nicht bekommst. Dann kriegst Du immer exklusiv mit, wenn es etwas Neues gibt.

Am Anfang des Blogs war das alles noch ein großes Abenteuer. Nicht selten stand ich wie das Reh vorm Scheinwerferlicht vor neuen Herausforderungen und dachte: “und das soll ICH jetzt machen?” Ich sah mein Trainerdasein in weiter Ferne und fühlte mich in der Rolle der Auszubildenden pudelwohl. Das hat sich jetzt geändert. Ich habe so viele Fähigkeiten und so viel Wissen und Erfahrungen gesammelt. Das Bild des Lebens, das ich führen möchte, habe ich klar vor Augen. Und diese Perspektive macht mich sehr, sehr glücklich.

Jede Veränderung, die wir angehen, birgt ein Risiko. Wir wissen nicht, was kommt. Und ist nicht genau das das Wunderbare? Ich hätte den Weg, den ich heute gehe nie entdeckt, wenn ich damals nicht den ersten Schritt gemacht hätte.
Danke, dass Du mich bisher begleitet hast!

Ich verabschiede mich von dieser Ära in bewegten Bildern im Video-Tagebuch und einmal mehr mit den Worten von Julia Engelmann: “Lass mal an uns selber glauben”.

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Britta Kessler

Das Verrückte am Sport ist: Je mehr Energie Du investierst, desto mehr hast Du hinterher. Ich habe mich deshalb in jeder Hinsicht für ein Leben voller Bewegung entschieden. Kein Tag ist wie der andere, und am Ende entscheidet, was wir für uns daraus gemacht haben.

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